Angst als großes Wort und große Schwester

Grade im Büro über Angst gesprochen. Über die Angst im eigenen Leben und die Angst vor politischen Entwicklungen. Wieder wird deutlich: Angst ist ein großes Wort.

Grade, wenn man mit anderen Menschen über die eigene Angst spricht, entwickelt sie viel Kraft. Denn Angst ist
Ursprünglich, Unbändig, Unzähmbar!
Und natürlich: Unvernünftig, denn sie ist so gar nicht rational. Kann sie auch gar nicht, soll sie gar nicht, wird sie auch nie sein.

Ist es gut über die eigene Angst zu sprechen? Erzähle ich in einem „normalen“ Gespräch, dass ich Angst habe?

Nicht immer. Manchmal schon. Manchmal muss ein Zeichen sein. Manchmal müssen die anderen sehen, dass grade wirklich große Emotionen im Spiel sind!

An anderen Tagen hilft es, die beiden kleinen Schwestern einzuladen. Und die heißen „Sorge“ und „Befürchtung“. Beiden sind mit der großen Schwester Angst verwandt, aber eben kleiner.

Einfacher zu hören, einfacher im Umgang.

Wenn Sie also das nächste Mal mit jemandem sprechen und es geht um Angst und Sie wollen deutlich aufzeigen, worum es geht: Dann sprechen Sie über die Angst. (Ihre eigene oder die anderer.)

Wenn Sie das Gespräch für Ihre Gegenüber einfacher machen wollen (und können!), dann sprechen Sie über Sorgen und Befürchtungen.

Viele Grüße,

Cornelius Filipski von Antwort-N

Magst Du das …? Nein!

„Magst Du das mitnehmen?“ … gestern wieder am Nebentisch im Café gehört.
Zwei Dinge dazu:
1
 Mag ich? Ich mag Dinge, die mir wichtig sind. Die sind mir sogar so wichtig, dass ich sie eben … nunja … wirklich mag.
Wenn ich etwas tun „mag“ – ein Buch mitnehmen, mitkommen, eine Aufgabe übernehmen … dann wird dieses Tun erheblich aufgeladen. Mit Emotionen nämlich.
Auf einmal ist das Buch, das Mitkommen, die Aufgabe, was auch immer es eben ist, mir offensichtlich sehr, sehr wichtig.
Nunja, zumindest wird das nahegelegt.
2
Es ist keine Frage. Es ist eine Bitte.
Ich persönlich mag es sehr, wenn Bitten als Bitten daher kommen.
Dann muss ich weniger entschlüsseln.
Tatsächlich würde ich behaupten wollen, dass Kommunikation so leichter wird.
Nachdem ich meine Tasse Tee ausgetrunken habe und dabei über das mögen und nicht-mögen nachgedacht habe, kann ich jetzt sagen:
Mag ich etwas mitnehmen?
Nun, vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.
Sicher bin ich mir darin, dass ich emotionalige Bitten als Fragen nicht so gerne mag.
Viele teetrinkende Grüße von Cornelius Filipski von Antwort-N

In´ Au! goriert

Tja. Jetzt hält jemand feierliche Reden, der nur den einen Stil und die eigene Marke kann.

Trump ist jetzt Präsident – und nutzt eben nicht die Chance, die ein Ritus wie die Antrittsrede eben bietet.

Rhetorisch die Energie so hoch zu halten –  über die verschiedenen Phasen der öffentlichen Kommunikation hinaus. … puh. Die viele Energie muss ja irgendwie hin.

Das ist hier (und hier ist´s eben für wirklich viele Menschen wichtig) genauso, wie im kleinen Rahmen.
Man kann schon Energie in einen Prozess „hineinkommunizieren“. Nur kontrollieren ist dann eben oft schwierig.

Uff.

Viele Grüße von Cornelius Filipski von Antwort-N

aaaah: reden! miteinander. Lesen!

Oft sind Artikel in Magazinen über rhetorische Frage, über konstruktives Miteinander-Sprechen zu platt.

Dieser hier ist es nicht. Er ist gut. Lara Fritzsche schreibt über das Argumentieren zu wirklich schwierigen Themen. Und sagt, dass es die Haltung ist, die zählt. Ha.

„Das sehe ich absolut anders“

Mein erster Impuls: Wirklich gute Coffee-Table-Literatur für Kommunikationsseminare. … ist aber viel mehr. Ist einfach gut.

Lesenswertes über´s Reden.

Mit besten Lese-Grüßen, Cornelius Filipski von Antwort-N

p.s. aaargh: Grade bemerkt: der Artikel lässt sich nur über den Bezahl-Zugang bei der SZ lesen. … habe ich nicht gleich bemerkt, da ich die papierne Fassung gelesen habe. … doch der Text lohnt sich tatsächlich.
C.F.

fake nu´s

Das Radio hat behauptet: Fake News seien einfach an Rechtschreibfehlern zu erkennen.

Das ist doch ´mal ein schöner Lackmustest.
Der allerdings bei Podcasts nicht wirklich greift.
Viele Grüße, von Cornelius Filipski von Antwort-N.
p.s. wie schreibt man eigentlich Lackmus?
C.F.

… ist doch nicht so schlimm! …

„Ist doch nicht so schlimm“ – ist manchmal egal … und manchmal schlimm.

Grad gestern wieder gehört: „Ist doch nicht so schlimm!“
Ein Klassiker für´s Üben: Was ist eigentlich gemeint? Was soll das Gegenüber eigentlich hören … beziehungsweise tun?

Doch davon abgesehen, aus meiner Sicht, auch jedes Mal ein schönes Beispiel für die Macht, die Menschen den Worten zuschreiben. Nur weil ich meinem Gegenüber sage, dass etwas nicht schlimm sei, definiere ich es um als … nunja: eben nicht schlimm.
Wenn das ginge. Ha! Wenn das ginge!!

Dieser Blog ist der beste!

Viele Grüße von Cornelius Filipski von Antwort-N.

Donald Trump: zur Person – Teil 2

Ein Blog zur Kommunikation und zur Rhetorik kommt heutzutage ohne Hinweise auf Donald Trump nicht aus.

Ich würde ja gerne anderes Material nutzen.
…. obwohl… Trump bietet häufig so pure Essenz, dass die Prinzipien schön deutlich werden!

Hier geht Trump auf die Rede von Meryl Streep ein.

Und geht dabei wie fast immer direkt auf diese Ebene:
Die andere Person ist unfähig, zu alt, zu jung, zu wenig intelligent, zu … was auch immer.
Das hat nie mit dem Thema zu tun. Macht aber das Gegenüber schon einmal schlecht.

Die Ad personam Technik.
Die eine Seite macht die andere Seite schlecht, ohne die Streitfrage zu bearbeiten.

Weg von der Streitfrage in der ersten Zeile.
Schneller geht das nicht.
Weniger konstruktiv auch nicht.

Mit persönlichen Grüßen,
Cornelius Filipski von Antwort-N

Meryl Streep: zur Person – Teil 1

Meryl Streep macht einen rhetorisch wirklich interessanten Vortrag.

Und trägt mit feiner Klinge ein bemerkenswertes Argument vor:

Ein schöner Punkt dabei:
Das Ethos einer Person. Wenn jemand nicht empathisch ist, dann ist er für den Job als Vorbild oder eben als Präsident die falsche Person.

Sie hat noch andere Punkte; aber dieser hier passt so schön zu der Reaktion von Trump.
Denn Meryl Streep macht eben grade keine ad personam Technik!

Mit besten Grüßen aus Ethos-Ecke der Rhetorik,
Cornelius Filipski von Antwort-N

Neu vor ändern

Verhalten ist automatisiert. Darum lesen Sie diesen Text mit sehr viel Routine.

Sie reagieren auch auf „Guten Morgen“ mit viel Routine.
Sie antworten auf Feedback, Vorwürfe, Fragen, etc. zum größten Teil automatisiert.

Was, wenn der Wunsch, sich zu ändern zur Routine wird?
Heißt das dann: Frohes Neues Jahr?

Mit an dieser (!) Stelle veränderungs- und ironiefrei allerbesten Wünschen für das Neue Jahr!

Ihr Cornelius Filipski von Antwort-N

Sie heißt bei mir: Der Weihnachtseffekt!

Die wirksamste Stressspirale in allen Kommunikationssituationen.

Der Weihnachtseffekt.

Immer wenn es perfekt sein soll, reicht ein Fehler. EIN Fehler.

Und dann ist es eben nicht mehr perfekt. Also bringen wir ganz viel (!!) Energie auf und hinein, damit es wieder richtig, wieder perfekt wird.
Diese Energie führt dazu, dass alle anderen auch viel Energie aufbringen.
Nur eben möglicherweise in die andere Richtung. …

Wir wünschen allen ein frohes und gesundes, besinnliches und grade eben ausreichend mangelbehaftetes Weihnachten!
Ingmar Rothe und Cornelius Filipski von Antwort-N